Unterschied zwischen einer Gesamtmaßnahme und einer Maßnahme mit Maßnahmebausteinen. Wann welches Konzept?

Was ist der Unterschied zwischen einer Gesamtmaßnahme und einer Maßnahme mit Maßnahmebausteinen und wann nehme ich welches Konzept? Wir klären auf:

Was ist der Unterschied zwischen einer Gesamtmaßnahme und einer Maßnahme mit Maßnahmebausteinen und wann nehme ich welches Konzept?

 

⇒ Wichtig ist, dass wir erst einmal die Begrifflichkeiten definieren:


Bei der (Gesamt)-Maßnahme erfolgt

  • eine Konzeption über ein komplettes Thema
  • die Dauer, die Inhalte, das Lernziel sowie die Zielgruppe sind fest definiert.
  • der Teilnehmende kann somit nur die gesamte Maßnahme mit allen Unterrichtseinheiten absolvieren
  • Es besteht keine Möglichkeit, nur einzelne Themenkomplexe auszuwählen

Anders ist es bei einer Maßnahme, welche aus Maßnahmebausteinen (Modulen) besteht. Sie haben

  • ein klar definiertes zusammenhängendes Maßnahmethema, welches zusammen eine komplexe Fortbildung darstellt
  • die einzelnen Themen können jedoch in Bausteine aufgeteilt werden und erhalten somit pro Thema ein eigenes Lehrgangsziel, Dauer und Inhalt
  • jeder Baustein ist somit in sich abgeschlossen und einzeln verwertbar ist
  • der Teilnehmende oder der Berater im JobCenter / bei der Agentur für Arbeit entscheidet, welches Thema jeweils notwendig ist und kann so einen individuellen Kursplan zusammenstellen

⇒ Gerne machen wir es an einem Beispiel deutlich:
Gehen wir davon aus, dass Sie eine Fortbildung zum Thema „Computer“ anbieten möchten.

Aufbau einer Gesamtmaßnahme: Sie bieten z. B. eine fünftägige Schulung zum Thema „PC-Grundlagen“. Zu den Inhalten gehört z.B.:

  • der Computer und seine Bestandteile
  • Betriebssysteme und Software
  • Systemeinstellungen vornehmen
  • Netzwerke (WLAN, Hotspot)
  • Passwortschutz und Datensicherheitsmanagement
  • Schutz vor Viren und Malware
  • Vergleich klassische Suche vs. KI-Antwort

Der Teilnehmende erhält einen Bildungsgutschein und absolviert den gesamten Kurs bei Ihnen.

Aufbau einer Maßnahme mit Maßnahmebausteinen (Modulen): Sie möchten das Thema „PC-Grundlagen“ gerne vertiefen, wissen aber, dass nicht jeder Teilnehmende alles benötigt. Deshalb haben Sie sich entschieden, die Themen modular aufzubauen:

  • Modul 1: PC-Grundlagen (20 UE)
  • Modul 2: Microsoft Word (40 UE)
  • Modul 3: Microsoft Excel (40 UE)
  • Modul 4: Künstliche Intelligenz (20 UE)
  • Modul 5: Social Medial (20 UE)
  • usw.

Der Vorteil: Der Teilnehmende entscheidet zusammen mit seinem Berater bei der Agentur für Arbeit, welche Themen für ihn relevant sind. Diese Module werden dann zusammen auf einem Bildungsgutschein aufgenommen.

⇒ Und was ist nun die richtige Konzeption?

Es gibt hier kein richtig und kein falsch. Jedes Konzept für sich hat seine Vor- und Nachteile und es muss je Maßnahme abgewogen werden, wie der Aufbau erfolgen soll. Dies ist abhängig von vielen Themen:

  • Wie ist das methodisch-didaktische Prinzip?
  • Macht es Sinn, diese Themen einzeln aufzubauen oder ist es besser, wenn der Teilnehmende einen komplexen Einblick über alle Themen bekommen soll?
  • Wer ist meine Zielgruppe?

Gesamtmaßnahme

Maßnahmebausteine

Aufwand bei der Konzeption und Zulassung

Ein Konzept / eine Kalkulation / ein Zulassungsverfahren / eine Vermarktungsstrategie:

  • Der Aufwand und die damit verbundenen Kosten sind damit geringer 

Der Aufwand ist höher:

  • Ggf. Kann die Maßnahme in einem Konzept dargestellt werden. Aber für jedes Modul ist zwingend eine Kalkulation notwendig. 
  • Ggf. kann das Zulassungsverfahren teurer werden. Hier ist die Referenzauswahl[AN1]  bei der Fachkundigen Stelle entscheidend.

Dem gegenüber steht:

  • Das Konzept kann unterschiedliche Niveaustufen berücksichtigen
  • Die Kalkulation ist genauer.
  • Inhalte können gezielt vermarktet werden.

Steuerung / Planbarkeit (insbesondere bei Gruppen-maßnahmen)

Überschaubarer Planungs- und Koordinationsaufwand: 

  • Jeder Teilnehmende durchläuft alle Themen. 
  • Auch bei einem individuellen Einstieg ist es einfach zu planen, dass der Teilnehmende alle Inhalte nacheinander abarbeiten kann.

Der Planungs- und Koordinierungsaufwand ist höher:

  • Jeder Teilnehmende erhält seine eigene Stundenplanung, in welcher die individuellen gewählten Module zusammengestellt sind, was unterschiedliche Eintritts- und Austrittszeitpunkte mit sich bringt.
  • Unsere Erfahrung ist, dass insbesondere der erste Durchlauf Herausforderungen mit sich bringt, denn es setzt eine konsequente Stundenplanung voraus. Aber ab dem 2. Mal wird es leichter. 

Flexibilität

  • Jeder Teilnehmer muss alles machen.  
  • Abbrüche innerhalb der Maßnahme reduzieren die Teilnehmerzahl und somit die Einnahmen.
  • ist es einfach zu planen, dass der Teilnehmende alle Inhalte nacheinander abarbeiten kann.
  • Passgenaue Förderung für den Teilnehmenden
  • Einstieg auf unterschiedlichen Niveaus ist möglich
  • Weniger Risiken bei Abbrüchen, da „nur“ einzelne Themen und nicht der gesamte Kurs abgebrochen wird

Auswirkungen auf den Gutschein

  • Pro Maßnahme wird ein Bildungsgutschein / Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein ausgestellt. 
  • Absolviert der Teilnehmende bei Ihnen mehrere Maßnahmen, bedarf es mehrere Gutscheine.
  • Der Umfang der Stunden auf dem Gutschein muss mit Ihrem Konzept übereinstimmen (hier gibt es keine individuellen Möglichkeiten, Unterrichtseinheiten zu reduzieren).
  • Sie unterstützt so das Prinzip der „individuellen Integrationsstrategie“; eine Förderentscheidung kann so leichter begründet werden.
  • Der Teilnehmende erhält für alle gewählten Module nur einen Gutschein.

Unser Tipp


Eine Gesamtmaßnahme ist immer dann sinnvoll, wenn Sie ein homogenes in sich abgeschlossenes Konzept haben, in welchem eine Aufsplittung in einzelne Themen nicht sinnvoll ist. 

Maßnahmebausteine rechtfertigen den Mehraufwand bei der Beantragung immer dann, wenn Sie eine Individualität bei der Maßnahme gegenüber Ihrem Teilnehmenden gewährleisten möchten. Dies betrifft die Themen, die Dauer aber auch die Zielgruppe. 

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